Interview mit Peter Volkmer, Ehrenvorsitzender des Vorstands des Fördervereins Wildgatter Essen Heissiwald e.V.

Wildgatter: Herr Volkmer, erzählen Sie uns bitte etwas zu Ihrem Werdegang und Ihrer Motivation, sich für das Wildgatter zu engagieren!

Peter Volkmer: Ich bin nach 42 Dienstjahren als Leiter des Grünflächenamtes am 31.12.2000 in Pension gegangen und sofort wurden mir 2 Ehrenämter angetragen. Zunächst als Vorstandsmitglied des Werdener Bürger- und Heimatvereins und dann als Vorsitzender des Fördervereins Wildgatter Essen Heissiwald.
Beide Ämter hatten viel mit Natur- und Landschaftsschutz und Stadtgestaltung zu tun, also einen großen Bezug zu meinem früheren Beruf. Ich habe - bis auf eine 5-jährige Zeit beim Hauptamt der Stadt Essen, zuständig für Organisations- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen - ausschließlich in der technischen Verwaltung gearbeitet, davon auch ca.8 Jahre als Verwaltungsleiter beim Stadtplanungsamt. Sowohl beim Stadtplanungsamt, als auch beim Grünflächenamt hatte ich Anteil an der städtebaulichen Gestaltung der Stadt. Meine Motivation waren die sichtbaren Ergebnisse meiner Arbeit: Grünflächen, Spielplätze, Kleingärten, Friedhöfe und Wälder und überall trotz schwieriger Haushaltslage kontinuierliche Verbesserungen. Essen ist die grünste Großstadt!

Wildgatter: Was lag da also näher, als auch ehrenamtlich für diese Ziele einzutreten?

Peter Volkmer: Genau! So habe ich mich im Bürgerverein für den Schutz der bäuerlichen Kulturlandschaft Fischlaken und Heidhausen und gegen einen weiteren Golfplatz, für die Verschönerung der Altstadt durch inzwischen 14 gesponserte Blumenkübel, für eine Verkehrsberuhigung auf den Wanderwegen in Fischlaken und nicht zuletzt für "Werden ans Wasser" engagiert mit dem Motto "Schützt den Brehm, stärkt das Ruhrufer".
Mein Engagement für den Förderverein hat ja einen ähnlichen Bezug zur Natur und zur heimischen Flora und Fauna und ist bekannt. Hier kommt auch meine langjährige freundschaftliche Verbundenheit mit der Kreisjägerschaft Essen zum Ausdruck, schließlich gehörte auch die "Untere Jagdbehörde" zu meinen Aufgaben beim Grünflächenamt und ich war in Vertretung des Oberstadtdirektors Mitglied im Kreisjagd-Beirat und Repräsentant der Stadt Essen bei den Jägerprüfungen.

Wildgatter: Was waren für Sie die schönsten Momente in Ihrer Zeit als Vorsitzender des Wildgatters?

Peter Volkmer: Die schönsten Momente und die größte Motivation während meiner Tätigkeit als Vorsitzender waren die leuchtenden Augen der Kinder und die Freude, die sie bei unseren Aktionen hatten. Das war die größte Bestätigung einer Fehlentscheidung des Rates der Stadt Essen, das Wildgehege als Maßnahme der Haushaltskonsolidierung aufzulösen. Aber hier muss ich bekennen, dass ich selbst diesen Vorschlag gemacht habe, als ich als Leiter des Grünflächenamtes mit dem Rücken zur Wand alle anderen Konsolidierungsmöglichkeiten ausgeschöpft hatte.
Die Gründung des Fördervereins zur Rettung des Geheges war und bleibt eine herausragende Idee.

Wildgatter: Gab es auch traurige Momente?

Peter Volkmer: Nein, traurige Momente gab es eigentlich nicht während meiner Amtszeit, von den natürlichen  Ereignissen im Gehege (wie Krankheit und Tod der Tiere) einmal abgesehen.

Wildgatter: Bei so viel Engagement für Tiere und Natur, haben Sie eigentlich ein persönliches Lieblingstier?

Peter Volkmer: Ich liebe alle Tiere und bemühe mich schon deshalb um Rücksicht bei der Auswahl meiner Ernährung, also wenig Fleisch und viel Salat und Gemüse. Mein absolutes Lieblingstier war natürlich mein kleiner Münsterländer Florence, der leider im März 2012 in einem Alter von fast 16 Jahren gestorben ist.
Das wird auch mein Freizeitverhalten ändern. Weil ich nicht mehr so sehr an Haus und Hof gebunden bin, werde ich häufiger Wochenend- bzw. Kurzreisen in die Kulturzentren Europas machen um mein Hobby, die Klassische Musik in den Opern- und Konzerthäusern zu pflegen und werde auch meine regelmäßigen Rad- und Fußwanderungen etwas ausbauen.

Wildgatter: Das hört sich, trotz des traurigen Ereignisses, nach einer spannenden neuen Phase an!

Peter Volkmer: Ja, und das ist auch der Grund, weshalb ich jetzt meine Ehrenämter niederlege. Bei der nächsten Hauptversammlung Ende Mai 2012 werde ich mich nicht zur Wiederwahl stellen. In der Zeit als Vorsitzender habe ich keine Vorstandssitzung und keine Mitgliederversammlung und nur eine einzige der vielen Aktionen versäumt. Diese –sicherlich sehr hohen - Ansprüche meinerseits werde ich angesichts meiner weiteren Pläne und geänderten Prioritäten nicht mehr erfüllen können. Daher möchte ich meine Aufgaben übergeben. Wir haben bereits einen tollen Kandidaten gefunden, der das Amt gerne übernehmen würde.

WildgatterDen Namen verraten Sie aber natürlich noch nicht, das bleibt bis zur Mitgliederversammlung am 24. Mai ein Geheimnis

Peter Volkmer: Ja, am 24. Mai werden die Mitglieder einen neuen Vorsitzenden wählen. Daher würde ich mich freuenwenn viele Mitglieder zu unserer Mitgliederversammlung kommen.

Wildgatter: Vielen Dank Herr Volkmer für dieses spannende Interview und alles Gute für Sie und Ihre neuen Pläne! Wir werden Sie als zuverlässigen, engagierten und motivierenden Vorsitzenden vermissen, der sich langjährig und erfolgreich für das Wildgatter engagiert hat.

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